Pressespiegel:
Empfang – in Style
Freundschaftliche Britisch-Herforder Begegnungen im Offizierskasino an der Liststraße



Herford. So klein ist der "small talk" gar nicht. Wenn sich die Britischen Offiziere und den Repräsentanten der Stadt treffen, gibt es viel zu erzählen. Bei der Briten-Bowle Pimm’s, werden alte Kontakte neu belebt. Und die nicht vorhandene Sitzordnung erleichtert neue Kontakte. Man bewegt sich von Stehtisch zu Stehtisch und stellt sich vor.
Wer sich nicht traut, kann den Festsaal im Kasino genießen: Hohe rote Wände, ein Dutzend imposanter Schlachten-Gemälde und über allem: die Queen. Sie würde "amused" sein, zu sehen, wie gut sich Gastgeber und Gäste verstehen – zumeist auf Englisch.
Auf Deutsch hielt der Standortkommandant Oberstleutnant Fred Hargreaves seine Begrüßungsrede. Er gewann den Kampf gegen die deutsche Phonetik. So erfuhren die Gäste, wie sehr Herford zur Lebensqualität der Britischen Soldaten beiträgt. Das tut gut, denn sie sehen sich "im Auge eines Sturmes". Das ist der Krieg in Afghanistan. Im Februar sind Fernmelder von dort zurück gekehrt, Ende des kommenden Jahres müssen sie wieder ausrücken.
Als Beispiel der guten Nachbarschaft nannte der Hargeaves den Weihnachtsbasar in der Ottelau. Sein besonderer Dank galt Ralf Hofmann, dem DRK-Geschäftsführer und dem Pfarrer i. R. Michael Reißer, der am traditionellen britisch-deutschen Weihnachtsgottesdienst in der Marienkirche beteiligt ist.
Zweisprachig hält Bürgermeister Bruno Wollbrink seine Rede. Er würdigte den historischen Wandel, der aus einer Besatzungsarmee "aus guten Gründen" Freude habe werden lassen.Für diese Entwicklung habe die Europäische Union die generelle Grundlage geschaffen. Hier vor Ort sei die Freundschaft "durch viele kleine und große menschliche Gesten" begründet worden. Mit Freude habe die Stadt Herford zur Kenntnis genommen, dass der Standort nach gegenwärtigen Planungen gestärkt werde.
Auch wenn die Einsätze in Afghanistan zuweilen kritisch gesehen würden, sei es doch wichtig, "dass wir den Soldaten Respekt entgegen bringen". So habe er es als eine Ehre empfunden, dass er als deutscher Bürgermeister heimgekehrten Soldaten Auszeichnungen übergeben durfte.
Abseits der großen Politik beherrscht die Fußballweltmeisterschaft die Gespräche. Es ist nicht auszuschließen, dass die englische und die deutsche Nationalmannschaft nach der Gruppenphase aufeinander treffen und es zum Elfmeter-Schießen kommt. Dann könnte die Freundschaft kurzzeitig unterbrochen werden, sagte Wollbrink augenzwinkernd. Keck fragte er: "Raten Sie mal, wer (wieder) gewinnt" und tröstete vorsorglich: "Dont’ worry, stay happy in happy Herford."









