Grünkohl-Sause unter Strom

Lippinghausen. Rekordbesuch im nun privat bewirtschafteten Bürgerhaus: Da leuchteten die Augen Karl-Heinz Heibrocks. Erstmals seit Beginn der Grünkohl-Fete waren mehr als 130 Gäste gekommen. Nicht nur, um sich das schmackhaft gekochte Wintergemüse nebst deftigen Zutaten schmecken zu lassen, sondern auch, um sich vom sozialdemokratischen Kabarettisten Martin Kottkamp und seinem Spottlight-Team den Spiegel vorhalten zu lassen.
Kottkamp und seine vier Kollegen gingen nicht auf die brandaktuelle Eon-Stromnetz-Offerte an die Kommunen ein, das Thema wurde später ausgiebig an den locker im Raum platzierten Tischen diskutiert. An ihnen saßen auch alte Fahrensmänner wie Harry Rieso oder Egon Schäffer und der ehemalige SPD-Kreisgeschäftsführer Winfried Keller. Für das Spottlight-Team Grund zur Aussage: „Es gibt viel mehr Kopien als Originale!“
Die Rekommunalisierung aber war ein Riesenthema. Zum Beispiel für den Landtagsabgeordneten Christian Dahm: „Die Übernahme des Stromnetzes ist eine neue Chance für die Region. Das können die kommunalen Häuser aber nicht allein stemmen. Hier muss es Hilfe aus der Landeshauptstadt geben.“
Friedrich - ein Mann für viele Grußworte

Herford (HK). Mit einem Festakt ist das Friedrichs-Gymnasium am Freitag in ein besonderes Jahr gestartet. Denn der Namensgeber der Schule, Friedrich II., wurde vor 300 Jahren geboren.
Zahlreiche Vorträge haben Ehemaligenverein und Gymnasium vorgesehen. Den Auftakt machte Professor Marian Füssel (siehe Artikel links oben). Prominentester Gast der Veranstaltung in der Aula war Sylvia Löhrmann, NRW-Bildungsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin.
Viele ehemalige Schüler hatten sich in der Aula versammelt. Schulleiterin Gudrun Horst de Cuestas brachte die Besonderheit der Bildungseinrichtung auf die Formel: »Das Friedrichs-Gymnasium schafft es, Tradition und Moderne zu verbinden und diese auch noch zu leben.«
Applaus erntete Bürgermeister Bruno Wollbrink, als er die Schwierigkeit ansprach, für den ehemaligen Schulstandort, das heutige Kaufhof-Areal, einen Investor zu finden: »Das ist die Bestrafung für eine stadtbildprägende Fehlentscheidung, als man das Schulgebäude abgerissen hat.«
Poul Erik Madsen, Schulleiter des dänischen Gymnasiums Fredericia, betonte, es werde immer wichtiger, international und grenzüberschreitend zu denken. Dies habe auch bereits für Friedrich II. gegolten, der auf der europäischen Bühne zu Hause war.
SPD wirbt für bürgerfreundlichere Dichtheitsprüfung und Planungssicherheit für Kommunen

Im Unterschied zur CDU und FDP, die einen eigenen Gesetzesentwurf vorgelegt haben, wollen SPD und GRÜNEN per Rechtsverordnung weitere Erleichterungen ermöglichen. „Wir orientieren uns damit an Regelungen, die bereits in anderen Bundesländern umgesetzt sind“, so die beiden heimischen Landtagsabgeordneten.
"Die Protestwelle der letzten Monate macht deutlich, dass die ursprüngliche gesetzliche Regelung der CDU/FDP-Vorgängerregierung nicht praktikabel und bürgerfreundlich umzusetzen ist“, kritisieren Dahm und Lück. Mit dem nun vorgelegten Entwurf einer Rechtsverordnung setzt die Landesregierung geltendes Bundesrecht (Wasserhaushaltsgesetz) um.
Das neue blaue Kraftpaket

Herford. 290 PS, 16,5 Tonnen Gewicht in beladenem Zustand, 210.000 Euro Anschaffungskosten nur für das Fahrzeug – das sind die Kenndaten des jüngsten Zugangs im Fahrzeugpark des Ortsverbands Herford des Technischen Hilfswerks. Am Samstag wurde das Fahrzeug offiziell in Dienst gestellt. Seine ersten Einsätze hat es aber bereits hinter sich.
Der gewaltige Lkw mit ständigem Allrad-Antrieb ersetzt einen Magirus-Deutz aus dem Jahr 1985, erklärt Thomas Kelsner. Er ist der THW-Gerätewart und Fahrer. Das Fahrzeug nimmt eine neun Männer und Frauen starke Bergungsgruppe nebst Ausrüstung auf. Dazu gehören Stromaggregate, Beleuchtungsanlagen, Pumpen und Werkzeug.
„Die Ausrüstung dürfte nochmal rund 60.000 Euro kosten“, schätzt Kelsner. Die wurde von dem alten Fahrzeug übernommen, ist nun aber in einem flexiblen System von Regalen übersichtlicher, sicherer und gleichzeitig besser zugänglich verstaut.
Rauchmelderpflicht ist ein längst überfälliger Schritt

Bereits heute bestehe die Pflicht zum Einbau von Rauchwarnmeldern in stationären Alten- und Pflegeheimen. Sie sei auch Bestandteil der Wohnraumförderbestimmungen des Landes. Eine Ausweitung auf alle Mietwohnungen und selbstgenutztes Wohneigentum sei ein längst überfälliger Fortschritt zum Schutz der Menschen in Nordrhein-Westfalen.
„Feuerwehren und Schornsteinfeger werben seit Jahren für eine solche Lösung. Rund 95% aller Brandopfer fallen einer Rauchvergiftung zum Opfer. Es kommt jetzt darauf an, eine praktikable Lösung für alle Beteiligten zu finden. Daran werden sich auch die Innenpolitiker der SPD-Landtagsfraktion gern beteiligen“, so Christian Dahm.













