Herforder Aleviten nehmen Kurs auf den Landtag NRW

von Charlotte Bents

Herford /Düsseldorf. Bei sommerlichen Temperaturen begab sich die Alevitische Gemeinde aus Herford mit dem Vorsitzenden Herrn Vural und der Stellvertreterin Frau Polat auf den Weg in das nordrhein-westfälische Landesparlament nach Düsseldorf. Dort trafen sie den Landtagsabgeordneten Christian Dahm.

 

Zunächst gab es eine kleine Rundreise durch die Stadt Düsseldorf. Über die Königsallee zum alten Schloßturm. Dort konnten die Gemeindemitglieder einen ersten Blick auf den Rhein nehmen, der einen Wasserpegel von 6,50 m vorwies. „Noch kein Hochwasser, aber bedrohlich nah dran“, erklärte der Stadtführer. „Hier kann jeder Tropfen, der sich jetzt noch auf die Stadt ergießt, das Fass bzw. den Rhein zum Überlaufen bringen.“

 

Trockenen Fußes und bei schwülwarmen Temperaturen erreichten die Besucher den Landtag Nordrhein-Westfalen. In einem der Sitzungssäle fand die Diskussion mit dem Landtagsabgeordneten Christian Dahm statt. Kaum war die Begrüßung vorbei ging es mit Schwung in den Meinungsaustausch.

 

Die Herforder hatten viele Fragen im Gepäck, das alles überragende Thema war allerdings die Flüchtlingsströme, die das Land Nordrhein-Westfalen erreicht haben.

 

„Wie werden die Flüchtlinge in Deutschland und in NRW aufgeteilt und wer macht das?“ wollte eine Besucherin wissen. Dahm erklärte, dass etwa 21, % der in Deutschland angekommenen Flüchtlinge nach dem Königssteiner Schlüssel unserem Bundesland zugewiesen werden. Das sind bei 1,2 Millionen Geflüchteten im vergangenen Jahr ca. 200.000 Menschen, die zu uns nach NRW gekommen sind. Für die Koordinierung ist in NRW die Bezirksregierung Arnsberg zuständig. „Diese Zuwanderung empfinde ich als sehr viel“, sagte eine Besucherin, die durchaus ihre Bedenken äußerte.

Christian Dahm warnte vor rechten Populismus und erklärte, dass unsere Gesellschaft durchaus in der Lage  sei, diese Menschen in unserer Mitte aufzunehmen und zu integrieren. Der Abgeordnete berichtete weiter, dass die wesentlichen Schlüssel zur Integration Bildung, Sprache, Sport, Arbeit und Kultur sind. „Wer sich dem verwehrt, hat keine Zukunft in Deutschland! Daher werde NRW als erstes Bundesland den Integrationsplan für NRW beschließen.“, so Dahm.

 

„Warum wird die „Lies!GmbH“, die seit 2011 immer wieder den Koran in vielen Städten verteilt und nachweislich junge Leute für den IS rekrutiert, nicht verboten bzw. warum dürfen diese Menschen diese Schriften noch straffrei verteilen?“, bemerkte ein junger Student der alevitischen Gemeinde. „Ein Verbot kann nur vom Bundesinnenminister vorgenommen werden.“, so Christian Dahm.

 

Viele Fragen, wie funktionieren die einzelnen Gremien oder warum gibt es eine Bundes- und eine Landesregierung, wurden auch noch im Nachgang während der Besichtigung des Landtags besprochen. Da letztlich noch die eine oder andere Frage offen blieb, bot sich Christian Dahm an, diese im Gemeindehaus der Aleviten zu beantworten und weiter auszuführen.

 

Ein weiteres Highlight erwartete die Gäste im neu gestalteten Besucherzentrum. Auf einer 240-Grad-Panorama-Leinwand konnten sie in einem etwa zehnminütigen Film die Arbeit von Landtag und Abgeordneten kennenlernen. Die fast rundum verlaufende Leinwand stellt die Besucherinnen und Besucher dabei in die Mitte des parlamentarischen Geschehens, so dass sie eine Plenarsitzung hautnah miterleben können. An acht Stelen kann sich jeder darüber hinaus interaktiv Informationen über verschiedene Aspekte Nordrhein-Westfalens und der parlamentarischen Arbeit abrufen.

 

Nach diesen reichhaltigen Informationen verabschiedete Christian Dahm seine Gäste in die Altstadt Düsseldorfs, wo sie bei sonnigen Wetter und gut gekühlten Getränke noch eine Weile den Nachmittag genießen konnten.

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