Howe will Minister einladen

von Charlotte Bents

Rückbau Mindener Straße: SPD-Vertreter wollen zügige Verhandlungen

Von Claus Brand

Bad Oeynhausen (WB). Jetzt müssen weitere Gespräche und Verhandlungen zur Umgestaltung der Mindener Straße und der Kanalstraße nach Freigabe der Nordumgehung, voraussichtlich 2018, angestoßen werden. Das haben Vertreter der SPD verschiedener Ebenen, der Stadt sowie aus dem Fünfer-Bündnis im Stadtrat bei einem Ortstermin erklärt.

Dabei geht es vor allem ums Geld, sprich die Finanzierung einzelner Maßnahmen. »Ortstermin« ist für die Landtagsabgeordnete Inge Howe ein wichtiges Stichwort. Nächste Woche will sie mit Michael Groschek telefonieren, um den NRW-Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr nach Bad Oeynhausen zu holen. Zum Ortstermin. Sie hätten sich in 16 Jahren ihrer politischen Arbeit als effektiv erwiesen. Landtagskollege Christian Dahm: »Die Ideen aus der Stadt müssen Richtung Land und Bund transportiert werden.« Dabei müssten alle zusammenwirken.

»Es gibt Möglichkeiten, ohne formal von einem Rückbau zu sprechen, Straßen anders zu gestalten«, sagte Howe. Dafür wolle sie sensibilisieren. Als zentrale Frage steht die im Raum, woher die Gelder für den Rückbau kommen. Dabei gehe es zwischen Bund und Land auch um die Klärung, wer die Kosten für Unterhaltungsrückstände trage.

Auch Arnold Reeker, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen, bezeichnete es als Krux, »dass es für den Rückbau von Straßen keine Fördertöpfe gibt.« Überhaupt in das Landes-Straßenbauprogramm hereinzukommen sei schwierig. Er plädiert dafür weiter zu versuchen, über das Projekt Radschnellweg und dessen Verwirklichung Zugang zu erhalten. Reeker: »Dass sollte man nutzen. Die Entwurfsplanung bereiten wir derzeit vor.« Ende des Jahres hofft er auf Beschlüsse dazu in der Politik. Den Rückbau der Mindener Straße und der Kanalstraße bezeichnete er als »wichtigste Maßnahme der Stadtentwicklung in Bad Oeynhausen überhaupt. Die Straße teilt die Stadt physisch und psychisch, auch in den Köpfen der Menschen.« Die angestrebten Kreisverkehre hätten den Vorteil, »dass die Fahrzeuge wenden können. Die Gewerbetreibenden an der Mindener Straße leiden darunter, dass sie derzeit nur aus einer Richtung direkt angefahren werden können«, erklärte er. Den gesamten Bereich stufte er aktuell als »Sanierungsgebiet« ein.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass sich mit Fertigstellung der Nordumgehung »neue Chancen für die Stadtentwicklung nach etwa 40 Jahren kontinuierlich gestiegenem überregionalen Durchgangsverkehr eröffnen.« Die Ideen dazu aus Bad Oeynhausen müsse man bei Land und Bund kommunizieren. Die Landtagsabgeordnete Angela Lück: »Da muss man dicke Bretter bohren. Bund und Land sind in der Pflicht, die Straße so zurückzubauen, dass sie wieder erlebenswert ist, auch für Radfahrer und Fußgänger.« Der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze: »Es gibt gute Planungen. Aber das Thema muss weiter angegangen werden. Wir können damit nicht erst anfangen, wenn die A 30 neu offen ist.« Stadtverbandschef Olaf Winkelmann: »Alles, was hier passiert, kommt der ganzen Region zu Gute.« Thomas Heilig (UW) wies auf die Notwendigkeit hin, Anwohnern der Werster Straße und vergleichbarer frühzeitig zu sagen, was dort passieren wird.

Nach jüngsten Zählungen rollen pro Tag 40000 Fahrzeuge über die B 61, mit 25 Prozent Lkw-Anteil. Straßen NRW habe den Anteil des Durchgangsverkehrs an unterschiedlichen Punkten zwischen 74 und 83 Prozent beziffert. Nur beim Schwerlastverkehr liege der Anteil bei 94 Prozent.

Westfalen-Blatt, 19.08.2016

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