Industrie 4.0 vor Ort – Vernetzte Möbelproduktion ein Wettbewerbsvorteil

von Katharina Brand-Parteck

SPD-Abgeordnete besuchen RFID-Factory in Löhne

Das Stichwort Industrie 4.0 fällt immer häufiger, wenn es um Fortschritt und Entwicklung in der Produktion geht. Doch was sich genau dahinter verbirgt, erschließt sich manchmal erst bei genauerem Hinsehen. Klein und unscheinbar, doch mit reichlich Potenzial für die Logistik im Produktionsprozess: Die RFID-Technologie ermöglicht mit kleinen Chips eine berührungslose und lückenlose Identifizierung und Lokalisierung von Waren und Produkten aller Art, für den Produktionsprozess ein großer Vorteil. RFID steht für Radio-Frequency Identification – also für die Identifizierung mit Hilfe von Radiowellen.

Auf Einladung des Netzwerks „RFID-Factory“ besuchten die SPD-Abgeordneten Stefan Schwartze (Bundestag), Angela Lück und Christian Dahm (beide Landtag NRW) das Praxislabor der 17 Kooperationspartner bei der Firma abaco Informationssysteme GmbH in Löhne, um sich selbst ein Bild von den neuen Produktionsmöglichkeiten zu machen. Die Einrichtung, die sich als Spezialist und Vorreiter für die vernetzte Möbelproduktion versteht, bietet Unternehmen der Möbelbranche individuelle Workshops an und hilft bei der Weiterentwicklung der RFID-basierten Fertigung der eigenen Produktion. Veranschaulicht werden die Prozesse an einer für Demonstrationszwecke aufgestellten Fertigungsstraße. Mit Hilfe der RFID-Chips kann im Produktionsprozess über Scanner theoretisch lückenlos erfasst werden, wann sich ein Werkstück wo innerhalb der Fertigungskette befindet – bis hin zur Auslieferung an den Kunden.

„Um die Entwicklung und die Herausforderungen gerade in der industriellen Fertigung oder der Logistik der nächsten Jahre abschätzen zu können, sind solche Besichtigungen für uns sehr wertvoll. Gerade in unserer stark von der Möbelbranche geprägten Region ist es für mich wichtig zu wissen, welche neuen Wege die Firmen gehen wollen oder gehen müssen, um am Markt bestehen zu können“, erläuterte Stefan Schwartze. Dass die politisch Verantwortlichen auf dem Laufenden bleiben müssen, sah auch Angela Lück so. „Deshalb freue ich mich, wenn wir Angebote wie hier von der Firma  abaco erhalten, uns vor Ort zu informieren. Es hilft den Firmen, sich bekannt zu machen und uns, auf mögliche Probleme oder Hindernisse aufmerksam zu werden“, führte Lück weiter aus.

In der Tat geht es Horst Koitka vor allem darum, die Möglichkeiten der RFID-Factory noch mehr Firmen in der Möbelbranche zugänglich zu machen. „Gerade für kleine und mittelständische Betriebe ist das Thema Industrie 4.0 mitunter schwer zu greifen. Hier wollen wir ansetzen und den Unternehmen zeigen, wie sie behutsam ihre Produktion für die kommenden Jahre fit machen können, um Schritt zu halten“, erklärte der Geschäftsführer der abaco Informationssysteme GmbH. Christian Dahm hofft, dass diese Art der Zusammenarbeit von Firmen weiter Schule macht: „17 Kooperationspartner haben sich hier zusammengeschlossen und das Praxislabor der RFID-Factory konzipiert. Sie stellen diese Plattform der Holzverarbeitung und Möbelfertigung zur Verfügung. Ich würde mir wünschen, dass sich viele Partner nicht nur in der Region finden werden, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind“. Für Schwartze, der vor seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter selbst viele Jahre in der Industrieproduktion arbeitete, ist die Visite auch von großer Bedeutung für die eigene Arbeit: „Viele Themen, mit denen wir uns täglich auseinandersetzen müssen, wirken manchmal sehr abstrakt. Besuche wie dieser helfen mir dabei, Prozesse und Entwicklungen zu veranschaulichen, um ein besseres Verständnis für Probleme, aber auch Chancen zu bekommen.“

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