Integration durch Schule und Arbeit

von Katharina Brand-Parteck

Gemeindeverband informiert über Qualifizierungsmöglichkeiten

Foto: Siegfried Huss, Westfalen-Blatt

Hiddenhausen (HK/us). Zu einer Informationsveranstaltung hatte der Gemeindeverband der SPD Hiddenhausen gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Jusos zum Treffpunkt in Sundern eingeladen. Thema: »Angekommen – auf dem Weg in die Arbeitswelt«. Dazu waren etwa 60 Flüchtlinge und Zugereiste sowie Ehrenamtliche in der Unterstützungsarbeit und am Thema Interessierte gekommen, die von der SPD-Gemeindeverbandsvorsitzenden Christiane Möller-Bach und dem örtlichen Jungsozialisten-Vorsitzenden Malek Nohman begrüßt wurden.

Der Vorsitzende des Integrationsausschusses, Hussien Khedr, nannte gegenüber dieser Zeitung Zahlen zur Situation vor Ort: »Derzeit leben in Hiddenhausen 5000 Menschen mit 83 Nationalitäten. Unter anderem sind im vergangenen Jahr 370 Flüchtlinge aufgenommen worden. Das entspricht etwa ein Viertel der Hiddenhausener Bevölkerung.« Und Christiane Möller-Bach ergänzte: »Es sind Menschen gekommen, denen wir Schutz bieten. Jetzt geht es um die Integration in die Arbeitswelt sowie die Anerkennung von bisheriger Schulausbildung bis hin zu beruflicher Qualifikation.« Ebenso ginge es um die Frage, wohin sich die Gesellschaft entwickeln werde? Während großstädtische Grundschulen von etwa 60 Prozent von Kindern mit Migrationshintergrund besucht würden, seien es im ländlichen Bereich etwa 20 Prozent.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Christian Dahm berichtete zu den Perspektiven der Integration in die Arbeitswelt. »Die Versorgung und Unterbringung ist landesweit gut gelungen. Nordrhein-Westfalen ist bereit zu helfen und verfügt dazu über einen leistungsfähigen öffentlichen Dienst sowie über ein großartiges Engagement der Bürger. Das Land stellt 4,6 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon 2,1 Milliarden Euro für die Versorgung und Unterbringung in den Kommunen.«

Über den Jugendintegrationsdienst und die Anerkennung von ausländischen Schulabschlüssen berichtete Doris Laukötter vom Diakonischen Werk Herford. »Junge Menschen, die aus einem anderen Land zu uns kommen, brauchen neben Schule in der Freizeit Sport oder kulturelle Betätigung wie Musik. Besonders wichtig: Wer die deutsche Sprache gelernt hat, kann danach machen, was er vorher gelernt hat.«

Makbule Cevik vom Netzwerk Arbeit und Bildung begleitet die berufliche Integration von Flüchtlingen. Sie sagte: »Um später im Beruf arbeiten zu können, erfolgt die Beratung weitgehend in der Herkunftssprache.« Olaf Craney von der Arbeitsagentur Herford ergänzte: »Für viele Flüchtlinge ist die deutsche Bürokratie schwer zu verstehen.« Darüber hinaus beschreibt er den klassischen Weg zur Arbeitsstelle: Der Weg dorthin führe über den Spracherwerb, über eine Qualifizierung und die dualen Ausbildung der beruflichen Tätigkeit.

 

Westfalen-Blatt Herford, 16.11.16

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