Mehr als nur eine Kfz-Werkstatt

von Charlotte Bents

SPD-Landtagsabgeordneter zu Besuch bei der FahrFair-Meisterwerkstatt in Herford

Herford: Die Fahrfair-Meisterwerkstatt liegt ländlich, im Foyer ist eine Spielecke eingerichtet und draußen eine Sonnen-Terrasse. Das sind nicht die einzigen Dinge, die die Werkstatt besonders machen. Das Unternehmen ist ein Integrationsbetrieb – das einzige in dieser Branche im Kreis Herford. In der vergangenen Woche besuchte Christian Dahm die Kfz-Werkstatt und sprach mit dem Geschäftsführer Tom Malinowski und seiner Lebensgefährtin Sarah Schirmer über den Betrieb, die Arbeit und die Herausforderungen in einem Integrationsunternehmen.

Neben Reparaturen, Instandhaltung und Sicherheitschecks gehören auch ein Bring- und Abholservice sowie behinderter gerechter Umbau zum Angebot der FahrFair-Werkstatt. Von den dreizehn Beschäftigten, die in der Werkstatt und im Büro arbeiten, haben drei Mitarbeiter eine Behinderung. Darüber hinaus bildet der Betrieb auch aus.

„Hier ist eine Behinderung keine Benachteiligung“, sagte Tom Malinowski, „Die Arbeit wird anders gestaltet. Wenn alle Mitarbeiter sich darauf einstellen, dann gelingt auch eine gute Zusammenarbeit und ein gutes Ergebnis.“

Für Malinowski war der soziale Aspekt des Unternehmens schon immer ein zentrales Anliegen. Nach einem Zivildienst in einer Reha-Klinik stand für den gelernten Kfz-Mechaniker fest, dass er beruflich mit Behinderten zusammenarbeiten möchte. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und der Unterstützung des Schwiegervaters setze er die Idee erst in einen Businessplan und dann in die Tat um.

Christian Dahm zeigte sich beeindruckt von der Arbeit und dem Engagement des Paares. „Das Konzept ist einzigartig hier in der Umgebung“, sagte der Abgeordnete, „Die FahrFair-Werkstatt ist ein außergewöhnliches Beispiel dafür, wie wirtschaftliche und soziale Komponenten erfolgreich ineinander arbeiten können. Das würde ich mir in dieser Form auch von anderen Unternehmen wünschen.“

Der Bedarf für weitere Unterstützung ist da. Zwar werde das Unternehmen vom LWL und Integrationsfachdienst (IFD) gefördert, aber auf Hindernisse stoße man trotzdem immer wieder. „Wir sind trotz allem ein Wirtschaftsunternehmen und müssen uns dem Wettbewerb stellen.“ sagte Sarah Schirmer. Eine stärkere Vernetzung der örtlichen Integrationsunternehmen wäre hierbei ein Zugewinn für das Unternehmen.

Neben der Kfz-Werkstatt betreibt Tom Malinowski auch eine Lackiererei in Bielefeld und möchte demnächst dort weitere Mitarbeiter – auch mit Handicap – einstellen.

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