Minister auf Tour fürs Ehrenamt

von Charlotte Bents

Von Feuerwehr bis Flüchtlingsunterkunft: Ralf Jäger besucht Helfer im Kreis Herford

Als der Tross, begleitet von den beiden SPD-Landtagsabgeordneten Christian Dahm (Vlotho) und Angela Lück (Löhne) sowie Herfords Bürgermeister Tim Kähler, vor dem HudL vorfuhr, wurde er vom Chor des Begegnungszentrums begrüßt.

Immer die Zeit im Nacken, stellte HudL-Leiter Hartmut Giebel im Schnelldurchlauf die ehrenamtlichen Aktivitäten des Zentrums vor. Viele Ehrenamtler hatten sich im HudL-Café versammelt. Ein kurzer Plausch mit Vertretern des Vereins EMMA (Ehrenamt macht Menschen aktiv) und der Nachbarschaftshilfe, noch ein Schluck Kaffee und dann zeigte ein Mitarbeiter aus dem Minister-Tross schon wieder auf die Uhr.

Locker radelte Jäger sodann den Stiftberg hinauf und flachste: »Wo ist denn hier der Berg?« In der Ulmenstraße warteten schon die Ehrenamtlichen, die in der Flüchtlingsunterkunft unter anderem eine Spielgruppe für Mütter mit kleinen Kindern sowie Mal- und Töpferkurse anbieten. Sozialarbeiterin Anne Grit Bangura (Stadt Herford) informierte den Gast aus Düsseldorf über die Betreuungsangebote. »Meine Hauptaufgabe ist es, Ihnen Danke zu sagen«, betonte der Innenminister gegenüber den Helfern, bevor er sich wieder auf den Sattel schwang.

Enger

Weiter ging’s nach Enger zur Feuerwache. Jäger ließ sich von den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr erklären, was ihre Arbeit ausmache. Sebastian Voss (11) zeigte dem prominenten Besucher einen improvisierten Wasserwerfer und erklärte fachmännisch: »Das ist ein B-Rohr.« Auf seiner Tour durch die Gemeinden – gestern standen am Ende des Tages 40 Kilometer auf dem Tacho – wolle Jäger besonders das Ehrenamt hervorheben. »Gerade im Bereich der Feuerwehr ist es unverzichtbar. 90 Prozent der Feuerwehrkräfte in NRW sind Ehrenamtler«, sagte der Minister. Mit einem 6-Millionen-Euro-Projekt arbeite das Land daran, mehr Menschen ins Feuerwehrehrenamt zu bringen. »Wir müssen verstärkt auch an die Frauen denken, an Quereinsteiger oder Migranten«, so der Minister, dem Engers Bürgermeister bei einer schnellen Tour durch die Stadt auch das Widukind-Museum und die Stiftskirche gezeigt hatte. Auf die Frage, was ihm von Enger besonders in Erinnerung bleiben werde, sagte Jäger: »Die Stiftskirche, bei der der Glockenturm separat steht. Das ist sehr ungewöhnlich.«

Die Jugendfeuerwehr hatte für den Minister eine Bratwurst auf den Grill gelegt und zeigte ihm anschließend, wie man mit einem Feuerwehrschlauch kegelt. Kurzerhand liehen sich Jäger und Meyer bei den Jugendlichen Handschuhe aus und rollten mit kräftigem Schwung ebenfalls die Schläuche aus – erwischten aber leider keinen der Kegel. Viel Zeit blieb dann auch schon nicht mehr, erneut rollten die Fahrräder los. Bünde

Der Minister und sein Tross müssen kräftig in die Pedale getreten haben: Am Bünder Rathaus trafen sie vor der vereinbarten Zeit ein. Hier berichteten stellvertretender Bürgermeister Ulf Dreier, Beigeordneter Günter Berg, Sozialamtsleiter Wolfgang Josef, Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, der Alewiten-Gemeinde sowie der Organisation »Alten- und Pflegeberatung in der Stadt Bünde über vielfältige ehrenamtliche Aktivitäten – auch in Kooperation mit dem Türkisch-Islamischen Kulturverein, zur Integration von Flüchtlingen, ausländischen und behinderten Mitbürgern.

Jäger zeigte sich dabei als interessierter Zuhörer. Er stellte Fragen zum Integrationskonzept der Bünder und trug sich schließlich ins Goldene Buch der Stadt ein. Weiter ging es zur Diakoniestation 1 im Gebäude »Wohnen am Tabakspeicher«. Das Informationsgespräch dort über die Arbeit der Initiative »Bürger für Bürger« zog sich hin, der Zeitplan passte nicht mehr.

Kirchlengern

Weiter ging’s für den radelnden Innenminister und seine Begleiter dann zum Kirchlengeraner Rathaus. »Das ist da erste Mal, dass ein Minister unsere Gemeinde besucht, seitdem Ursula von der Leyen vor einigen Jahren hier war«, verriet Bürgermeister Rüdiger Meier. Nächste Station in der Elsegemeinde war die Gemeindebücherei. Dort warteten zahlreiche Kinder aufgeregt auf die Ankunft des Politikers, der sich eigentlich über das ehrenamtliche Leseförderprogramm informieren wollte. Mehr als ein Smalltalk mit den Mädchen und Jungen war mit stetem Blick auf die Uhr allerdings gar nicht möglich.

Von der Bücherei aus wurde dann das alte Spritzenhaus in Kirchlengern angesteuert, das von einem Förderverein denkmalgerecht saniert worden war. Vor der Weiterfahrt zum letzten Ziel der Tour am Mittwoch, dem Holzhandwerksmuseum in Hiddenhausen, konnten sich die prominenten Radler aber noch mit Kaffee und Kuchen stärken.

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