Schüler fordern weniger Hausaufgaben

von Katharina Brand-Parteck

Christian Dahm zum bundesweiten Vorlesetag in der Grundschule Vlotho-Uffeln

Christian Dahm zusammen mit den Kindern der dritten und vierten Klasse der Grundschule Vlotho-Uffeln. Foto: Brand-Parteck

„Die entscheiden über das Gute für das Land.“ Gar nicht mal schlecht, die Vorstellung, die die Schülerinnen und Schüler über Landtagsabgeordnete haben. Christian Dahm war zu Besuch in der Grundschule Vlotho-Uffeln – eigentlich zum Vorlesen im Rahmen des bundesweiten Vorlesetags, aber ein Plausch im Vorfeld durfte nicht fehlen. Zuerst mit Schulleiter Heinz-Wilhelm Wetehof und dann mit den Kindern der dritten und vierten Klasse. Der Vlothoer Politiker erklärte, wie der Landtag funktioniert und wie seine Arbeit in Düsseldorf aussieht. Dabei konnten die Kinder erfahren, dass die Landespolitiker auch über Schule reden. „Wir entscheiden zum Beispiel darüber, wie groß die Klassen sein dürfen, oder welche Fächer an den Schulen gelehrt werden sollen“, fasste Dahm zusammen. Im Zuge dessen gaben die Kinder dem Politiker auch gleich eine Hausaufgabe mit in das Landesparlament und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: „Wir wollen weniger Hausaufgaben oder besser gar keine!“ Das solle er doch mal im Landtag entscheiden. Ein gemeinschaftliches Gelächter folgte und Christian Dahm versprach sich dem Thema bestimmt anzunehmen.

Dann machte sich der Vlothoer ans Werk: Vorlesen war angesagt. „Lest ihr Zuhause auch?“, wollte Dahm wissen. Die Antworten machten ihn stolz: Von James Bond über Gregs Tagebuch und Pferdebücher konnte jedes Kind ein Buch benennen. „Ich finde Lesen und Vorlesen ganz wichtig! Das steigert bei jungen Leuten die Aufmerksamkeit.“ Deswegen schnappte sich Dahm das Buch „Ein Pferd namens Milchmann“ von Hilke Rosenboom. Christian Dahm war nicht der einzige Vorleser an diesem Tag. Zur gleichen Zeit wurden in der gesamten Schule die Seiten gewälzt, in jeder Klasse von verschiedenen Vorlesern. „Montagmorgen (genau wie heute) – ein Pferd taucht auf...“, fing der Politiker an und seine kleinen Zuhörer lauschten gespannt. „Donnerlittchen, ein Pferd mitten auf der Terrasse! Es heißt Milchmann und seine gewaltigen Lippen zittern, als wolle es gleich losheulen. Herman muss was unternehmen! Milchmann darf auf keinen Fall in die Hände der Tierfänger geraten, die nachts um Hermans Garage herumschleichen!“ Es war mucksmäuschenstill während der Geschichte, nur unterbrochen von Gelächter an den vielen lustigen Stellen des Buches. Die Schulstunde ging rasend schnell vorbei und die Kinder konnten gar nicht genug vom Vorleser Dahm bekommen. Fast vergaßen sie sogar ihre Frühstückspause! Der Morgen war gelungen. Und um die jungen Zuhörer nicht im Dunkeln tappen zu lassen, ließ Christian Dahm das Buch gleich in der Schule, für weitere spannende und lustige Vorlesestunden.

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