SPD-Radler besuchen Flüchtlingswohnungen

von Katharina Brand-Parteck

Sozialdemokratische Abgeordnete und Landratskandidat Jürgen Müller verschaffen sich Überblick

Von Niklas Krämer

Bünde(BZ). »Bislang ist es eine bewegende Fahrradtour«, berichtet die SPD-Landtagsabgeordnete Angela Lück. Drei Tage lang besucht sie zusammen mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze, dem Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Landratskandidat Jürgen Müller markante Orte im Kreis. Erster Halt in Bünde war gestern die ehemalige Engländersiedlung in Hunnebrock.

Zwei Blocks davon dienen momentan als Unterkünfte für Flüchtlinge. Die SPD-Politiker schauten sich eine leer stehende Wohnung an, die als Bleibe für eine Flüchtlingsfamilie geeignet wäre. »Hierbei handelt es sich aber um eine regelrechte Nobelherberge«, berichtete Ulrich Althoff, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bünde-Mitte und ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer. Das Problem: Der Warmwasserboiler wurde schon jahrelang nicht mehr benutzt und müsste ausgetauscht werden.

Momentan leben knapp 400 Flüchtlinge in Bünde – in der vergangenen Woche kamen 56 dazu. Ginge es nach NRW-Parlamentarier Christian Dahm, müssten Asylanträge schneller abgearbeitet werden. »Das ist das Hauptproblem. Den Flüchtlingen, die keinen Anerkennungsgrund haben, müssen wir schnell und deutlich sagen, dass sie hier nicht bleiben können.« Eine Idee sei es, Flüchtlinge aus Balkanländern in einem zentralen Lager unterzubringen und nicht mehr an die Kommunen zu verteilen.

In Bünde jedenfalls sollten weitere Häuser der Britensiedlung von der Stadt gekauft werden. »Diese sollen vor allem für junge Familien, aber auch für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden«, so Dr. Andreas Siepenkothen, Technischer Beigeordneter der Stadt Bünde. Die 89 Wohnungen gliedern sich in 70, 80 und 140 Quadratmeter große Wohneinheiten. Kleinere Wohnungen könnten auch für Alleinerziehende genutzt werden. »Wir wollen den Ortsteil für junge Familien attraktiv machen«, so Siepenkothen. »Das würde auch den Schulen und Kindergärten helfen«, ergänzte Angela Lück. Als Vorbild für dieses Vorhaben könnte die Nachbargemeinde Hiddenhausen dienen. »Von dem Programm ›Jung kauft Alt‹ haben alle Grundschulen profitiert«, sagte SPD-Landratskandidat Jürgen Müller.

Ob Kultur oder Umweltschutz – die Sozialdemokraten besuchen auf ihrer Fahrradtour die Orte, über die diskutiert wird. Weitere Stationen der SPD-Radler waren gestern die Else und die sanierungsbedürftige Brücke auf der Hansastraße in Rödinghausen. Acht Mitradler gehörten zum harten Kern, zwischendurch stießen immer wieder Interessierte dazu. »Wir besuchen jeden Ortsteil, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen«, erklärte Angela Lück. Zum Abschluss stehen heute die Stationen Kirchlengern, Löhne und Vlotho auf dem Programm.

 

Westfalen-Blatt Herford, 30.07.2015

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