SPD setzt auf weitere Kooperation

von Katharina Brand-Parteck

Medizinerausbildung in Ostwestfalen-Lippe

Im Herbst 2017 werden bereits mehr als 120 Medizinstudierende ihre klinische Ausbildung in Minden, Herford, Lübbecke-Rahden oder in Bad Oeynhausen absolvieren. Mit 6 Millionen Euro jährlich wird die Kooperation mit der Ruhruniversität Bochum vom Land unterstützt. „Dauerhaft“ sollte diese Förderung nach dem Willen der vormaligen SPD-Regierung sein. Die Sozialdemokraten in Ostwestfalen-Lippe wollten wissen, ob diese Zusage auch nach dem Regierungswechsel zu CDU und FDP Bestand hat.

Die heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Dennis Maelzer (Detmold), Christian Dahm (Vlotho), Angela Lück (Löhne) und Christina Weng (Minden) fragten bei der Landesregierung nach. In der Antwort vermeidet das Wissenschaftsministerium den Begriff „dauerhaft“ und verweist stattdessen auf die zehnjährige Vertragslaufzeit. „Das Kooperationsmodell sollte, wie von der SPD-Vorgängerregierung angekündigt, auf Dauer weiter geführt werden“, findet Angela Lück.

Die Kliniken hätten erheblichen finanziellen Aufwand für ihre neuen Aufgaben in Lehre und Forschung betrieben, erläutert Christina Weng. Dazu zähle die Errichtung eines Campusgebäudes für Medizinstudierende am Johannes Wesling Universitätsklinikum Minden mit Hörsälen, Seminarräumen, Laboren sowie einer Bibliothek mit e-Learning-Ausstattung: „Es wäre sträflich, dies nur eine begrenzte Zeit zu nutzen“, meint Weng.

Bekanntlich favorisiert die schwarz-gelbe Landesregierung den Aufbau einer Medizinfakultät in Bielefeld: „Wann eine Medizinische Fakultät an den Start gehen kann, steht in den Sternen“, erklärt Dennis Maelzer, Sprecher der SPD-Landtagsabgeordneten aus OWL. Ein Datum konnte die Landesregierung nicht nennen. In Augsburg, der jüngsten Gründung einer Medizinfakultät, seien zwischen politischer Ankündigung und Gründung acht Jahre vergangen, erfuhr Maelzer vom Medizinischen Fakultätentag.

„Dann wäre das Kooperationsmodell ausgelaufen, aber noch lange keine neuen Absolventen in der Region“, befürchtet der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Dahm eine drohende Versorgungslücke. Daher befürworten die SPD-Abgeordneten eine Ausweitung des Kooperationsmodells mit der Ruhruniversität Bochum. Dadurch ließen sich rasch zusätzliche Medizinabsolventen in die Region holen.

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