Unterstützung für Ehrenamtliche

von Charlotte Bents

SPD-Landtagsabgeordneter informiert sich über Arbeit des Freiwilligennetzwerks Flüchtlingsarbeit

Hiddenhausen: Ob Freizeitangebote gestalten, Fahrdienste organisieren, Lese- oder Nachhilfepate werden oder andere Angebote anbieten, viele Menschen aus dem Kreis Herford engagieren sich freiwillig für die Flüchtlingsarbeit. Bei der Organisation der ehrenamtlichen Tätigkeit kann das Freiwilligennetzwerk Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Jugendhilfe Schweicheln helfen. SPD-Landtagsabgeordneter Christian Dahm sprach nun mit den Verantwortlichen und informierte sich über die Arbeit des Netzwerks.

Das Freiwilligennetzwerk Flüchtlingsarbeit hat seine Arbeit im Mai dieses Jahres aufgenommen und betreut ehrenamtliche Helfer, die in Hiddenhausen und Bünde in der Flüchtlingsarbeit tätig sind. „Wir beraten die Helfer, vermitteln sie und koordinieren die Angebote“, erklärte Einrichtungsleiter Ralf Mengedoth, „Für die Arbeit stehen wir in engen Kontakt mit den Städten, den Institutionen und Fachorganisationen vor Ort.“ Eines der beiden Büros des Netzwerks befindet sich auf dem Gelände der Jugendhilfe Schweicheln. Hier steht Bettina Kröger den Ehrenamtlichen aus Hiddenhausen beratend zur Seite. Kirsten Janson ist die Ansprechpartnerin für die Freiwilligen in Bünde und hat ihr Büro an der Kleistraße. „Hier im Kreis Herford gibt es sehr viel ehrenamtliches Engagement“, sagte Ralf Mengedoth, „Die Sorge ist jedoch, dass die Kraft der Helferinnen und Helfer mit der Zeit nachlässt. Da wollen wir die Ehrenamtlichen mit unserer Arbeit unterstützen und von dem organisatorischen Aufwand, den Sorgen und Ängsten entlasten.“ Das Freiwilligennetzwerk bietet zudem einen Versicherungsschutz; die Ehrenamtlichen sind über die Jugendhilfe Schweicheln unfall- und haftpflichtversichert – ein bedeutender Vorteil gegenüber vielen anderen Flüchtlingsorganisationen.

„Wir kennen die meisten Ehrenamtlichen vor Ort und haben uns bei Vereinen und Institutionen vorgestellt“, berichtete Kirsten Janson. Neben der Beratung und Vermittlung der Ehrenamtlichen ist ein wichtiges Tätigkeitsfeld des Freiwilligennetzwerks die Unterstützung bei der Organisation von Sprachkursen. „Hier sind viele Ehrenamtliche aktiv und wollen helfen“, sagte Bettina Kröger. Das Netzwerk vermittelt in Kooperation mit den Städten Flüchtlinge und Freiwillige. Auch ein Sprachkurs ausschließlich für Frauen – mit Kinderbetreuung – konnte durch die Unterstützung des Netzwerks ins Leben gerufen werden.

Trotzdem gestalte sich die Situation derzeit schwierig. „Es gibt zu wenig Sprachkurse. Die Menschen möchten gerne Deutsch lernen, können jedoch nicht, weil die Möglichkeiten nicht da sind“, erläuterte Kirsten Janson. Für die Integration habe Sprache eine Schlüsselfunktion, betonte Mengedoth. Eine zentralere Steuerung der Organisation wäre deshalb wünschenswert. Ein wichtiger Hinweis, den Christian Dahm aus dem Austausch mitnahm. Der Abgeordnete lobte die Arbeit des Freiwilligennetzwerks. „Das ist ein tolles Modell im Kreis Herford“, sagte der SPD-Politiker, „Als Landtag schaffen wir die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Flüchtlingshilfe. Der Kontakt zu den Verantwortlichen und der Arbeit vor Ort ist dafür unerlässlich. Deswegen ist es mir besonders wichtig zu erfahren, wie konkret die Hilfe vor Ort funktioniert und wie sie organisiert wird.“ Die Büros des Freiwilligen Netzwerks seien wichtige Anlaufstellen für die Ehrenamtlichen, die sich in Bünde und Hiddenhausen bereits engagieren oder noch engagieren möchten.

Zurück