Wichtige Arbeit des Frauenhauses weiterhin absichern

von Gaby Arndt

Frauenhaus Herford leistet seit 37 Jahren unverzichtbare Arbeit

Kreis Herford. Der jährliche Austausch zwischen dem Frauenhaus und den örtlichen SPD-Landtagsabgeordneten hat Tradition und wird gern wahrgenommen. Diesmal stand die Frage nach weiteren Unterstützungsmöglichkeiten im Mittelpunkt des Gesprächs von Angela Lück und Christian Dahm (beide SPD) mit Vertreterinnen des Frauenhauses.

Daniela Albrink und Nadine Heinen beschrieben besonders die finanziellen und personellen Herausforderungen, welche die tägliche Arbeit mit sich bringe. So könnten auftretende Mängel an Haus und Garten nicht repariert werden, da es an Geld für Handwerker und Reinigungskräften fehle. Die Konsequenz sei, dass die Mitarbeiterinnen selber Hand anlegen müssen und dadurch wertvolle Zeit, „welche wir für die Therapie mit den Frauen und Kindern benötigen, verloren geht“, erklärten Albrink und Heinen.

„Auch suchen wir aktuell neue Räumlichkeiten für Beratungen und Vorgespräche“, informierte Nadine Heinen. Die bisherigen Räumlichkeiten seien aufgrund der Größe und den daraus entstehenden Heizkosten für das Frauenhaus auf Dauer nicht finanzierbar.

Die SPD-Landespolitiker Lück und Dahm sehen das Frauenhaus als wichtige gesellschaftliche Institution und wollen diese gerne durch ihre Arbeit weiterhin finanziell unterstützen. „Mit unseren Anträgen zum Haushaltsgesetz 2016 haben wir dazu beigetragen, dass die Fördermittel für Frauenhäuser um 1 Mio. Euro aufgestockt wurden, um eine qualitative Weiterentwicklung der Arbeit zu gewährleisten“, so Lück und Dahm. Zudem erhalten die Einrichtungen seit einem Jahr Zuschüsse von 5.000 € je Frauenhaus für spezielle traumapädagogische Fortbildungen, die den Kindern in den Häusern zugutekommen sollen.

Dahm und Lück: „Eine weitere Möglichkeit der Förderung sehen wir in der Vernetzung mit örtlichen Unternehmen, um weitere Unterstützung zu erhalten.“ Zudem sei das Thema Gewalt gegen Frauen kein reines Landesproblem. „Hier ist auch der Bund gefordert“, so die Abgeordneten.

Doch gerade die Vernetzung zwischen den Frauenhäusern über die Landesebene hinweg stelle in der Praxis eine hohe Schwierigkeit dar, betonten die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses. Sie sprechen sich für eine bundesweit einheitliche Finanzierung der Frauenhäuser aus einer Hand aus. Ein Frauenhausplatz kostet je nach Frauenhaus unterschiedlich viel. „Generell müsse der Gewaltschutz für die Opfer aber kostenlos sein“, so Heinen und Albrink.

Das Frauenhaus Herford e.V. wurde am 1. Mai 1980 als Projekt der autonomen Frauenbewegung gegründet und ist heute eine professionelle Institution. Es ist eine von Frauen geführte Organisation mit transparenten Strukturen. Das Frauenhaus Herford e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sowohl politisch als auch konfessionell unabhängig ist und selbstverwaltet arbeitet.

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