Pressespiegel:
Grünkohl-Sause unter Strom
Das Eon-Angebot dominierte auch den traditionellen Jahresauftakt der SPD

Kraft-Nahrung für den politischen Jahresstart: Christian Dahm, Harry Rieso, Karl Heinz Heibrock, Egon Schäffer, Stefan Schwartze (v.l.) am Grünkohl-Büffet vom Bürgerhaus-Wirt Marcus Götsch. FOTOS: ALEXANDER JENNICHES

Lippinghausen. Rekordbesuch im nun privat bewirtschafteten Bürgerhaus: Da leuchteten die Augen Karl-Heinz Heibrocks. Erstmals seit Beginn der Grünkohl-Fete waren mehr als 130 Gäste gekommen. Nicht nur, um sich das schmackhaft gekochte Wintergemüse nebst deftigen Zutaten schmecken zu lassen, sondern auch, um sich vom sozialdemokratischen Kabarettisten Martin Kottkamp und seinem Spottlight-Team den Spiegel vorhalten zu lassen.
Kottkamp und seine vier Kollegen gingen nicht auf die brandaktuelle Eon-Stromnetz-Offerte an die Kommunen ein, das Thema wurde später ausgiebig an den locker im Raum platzierten Tischen diskutiert. An ihnen saßen auch alte Fahrensmänner wie Harry Rieso oder Egon Schäffer und der ehemalige SPD-Kreisgeschäftsführer Winfried Keller. Für das Spottlight-Team Grund zur Aussage: „Es gibt viel mehr Kopien als Originale!“
Die Rekommunalisierung aber war ein Riesenthema. Zum Beispiel für den Landtagsabgeordneten Christian Dahm: „Die Übernahme des Stromnetzes ist eine neue Chance für die Region. Das können die kommunalen Häuser aber nicht allein stemmen. Hier muss es Hilfe aus der Landeshauptstadt geben.“
Im Gespräch mit der NW vermutete Dahm, dass sich die SPD-Regionalvorsitzende Ute Schäfer mit Beginn dieser Woche um die „Sache Eon“ für ganz OWL kümmern werde. Ebenfalls werde in dieser Woche bekanntgegeben, wieviel Geld für die U3-Betreuung in die Region fließen wird. Davon würden allein in Hiddenhausen sieben Träger profitieren. Insgesamt habe die Landesregierung seit Amtsübernahme eine Milliarde Euro für die „kommunale Familie“ bewegt. Dahm bedauerte, dass er Ministerpräsidentin Hannelore Kraft – die hochgehandelte sozialdemokratische Kandidatin fürs Kanzleramt – nicht habe mitbringen können. Immerhin sei es ihm gelungen, Schulministerin Sylvia Löhrmann nach Herford zum Auftakt des Friedrich-Jahres zu holen.
Der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze nahm die Affäre um Bundespräsident Wulff zum Anlass, um die Folgen dessen Tun für die gesamte Politiker-Gilde zu beschreiben: „Wulffs Verhalten schadet bis hinunter zu den Ehrenamtlichen.“ Den EMR-Verkauf 1999 bezeichnete er als historischen Fehler. „Von den 140 Millionen D-Mark ist heute nichts mehr da. Aber der Schuldenstand ist wieder der alte.“ Jetzt gelte es, den Wert des Stromnetzes realistisch zu ermitteln.
So geriet das Grünkohl-Essen zum Barometer für die „historische Chance“ die sich für die Region bietet, um stärker an der Wertschöpfung teilzuhaben.
© 2012 Neue Westfälische
09 - Herford, Montag 30. Januar 2012








