Pressespiegel:

  • Herford, 23. November 2009

SPD macht Neuanfang mit Lück und Dahm

Landtagskandidaten gewählt - Kritik an Regierungsjahren

Von Bernd Bexte (Text)
Kreis Herford (HK). Die SPD will mit der Fortführung des Generationswechsels heraus aus dem tiefen Tal der Tränen. Bis zur Landtagswahl am 9. Mai wollen die Sozialdemokraten im Kreis zu alter Stärke zurückfinden. Ihre Kandidaten sind Angela Lück und Christian Dahm.

Die Wahlkreiskonferenz am Samstagvormittag im Stadtpark-Schützenhof war keine bloße Kür zuvor ausgesuchter Bewerber. Diesmal standen Kampfabstimmungen an. Denn nach der katastrophalen Niederlage bei der Landtagswahl 2005 und dem Rückzug des einstigen SPD-Platzhirschen Axel Horstmann aus der Politik vor zwei Jahren waren die Herforder Sozialdemokraten nicht mehr im Düsseldorfer Landtag vertreten. Entsprechend standen alle Zeichen auf Neubeginn: Dieser wird jetzt mit dem 46-jährigen Polizeihauptkommissar Christian Dahm aus Vlotho und Krankenschwester Angela Lück (50) aus Löhne gemacht. Dahm setzte sich als Kandidat für den Wahlbezirk 90 (Herford, Hiddenhausen, Enger, Vlotho) mit 51 zu 23 Stimmen klar gegen Ulrich Ewering (59) aus Hiddenhausen durch. Im Wahlkreis 91 (Bünde, Löhne, Kirchlengern, Rödinghausen, Spenge) geht Angela Lück ins Rennen. Auf sie entfielen 38 Stimmen, auf Mitbewerber Ulf Dreier (46) aus Bünde 30 Stimmen bei einer Enthaltung.
Bei ihrer Vorstellung hatten alle vier Bewerber Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit herausgestellt und dabei nicht mit Angriffen auf die CDU/FDP-Landesregierung gespart. Gemein war allen aber auch die Schelte an der SPD-Politik der vergangenen elf Regierungsjahre im Bund - Kritik an der Agenda 2010, an Rente mit 67 und Privatisierungen allenthalben. »Wir müssen uns wieder auf unsere sozialen Wurzeln besinnen«, fasste es Angela Lück zusammen. »Privat vor Staat funktioniert nicht«, formulierte Christian Dahm. Beide stehen unter anderem für eine kostenfreie Bildung vom Kindergarten bis zur Uni.
Kreisvorsitzender Stefan Schwartze hatte bereits zu Beginn der Versammlung mit dem bisherigen Kurs der SPD im Bund kritisch abgerechnet. Mit dem neuen Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel bestehe aber die Chance, das Vertrauen enttäuschter Ex-Wähler und damit die Mitte der Gesellschaft zurückzugewinnen. Selbst SPD-Urgestein, Ex-Bürgermeister Gerd Klippstein, verspürte als Versammlungsleiter so etwas wie Aufbruchstimmung. Er gab die Parole aus »Wenn nicht jetzt, wann dann?«.
Artikel vom 23.11.2009