Pressespiegel:
»Kommunen sollen Fallschirm erhalten«
SPD-Landtagskandidaten Lück und Dahm zu Besuch in der Lokalredaktion in Enger

Welches sind die drei wichtigsten landespolitischen Themen für Sie?
Angela Lück und Christian Dahm: Bildung steht ganz oben an. Wir setzen uns ein für kostenlose Bildung für alle Kinder von der Kita bis zur Uni. In Sachen Arbeit machen wir uns stark für Mindestlöhne und gegen Lohndumping. Arbeit sollte für alle sein, dabei dürfen beispielsweise Frauen nicht benachteiligt werden. Ein ganz wichtiger Punkt sind starke Kommunen: Kaum eine Kommune hat noch einen ausgeglichenen Haushalt. Da müssen wir gegensteuern - ein Fallschirm muss her. Hier sind Land und Bund in der Pflicht.
Was liegt Ihnen für die Städte Enger und Spenge ganz speziell am Herzen?
Christian Dahm: Die Haushaltslage in Enger ist dramatisch mit einem Minus von etwa fünf Millionen Euro. Ich setzte mich dafür ein, die Kommunen zu entlasten von den Aufgaben, die ihnen Bund und Land aufdrücken. Überall muss gespart werden. Doch Städte wie Enger können fast nur noch im Bereich der freiwilligen Leistungen sparen. Das sind nicht die größten Beträge. Aber schlimmer noch: Damit würde an den Dingen geknapst, die das Leben in einer Stadt lebenswert machen: Freibäder, Museen, Musikschule und vieles mehr.
Angela Lück: Das kann ich so auch für Spenge unterschreiben. Für den ganzen Kreis ist es wichtig, dass er wieder stärker in Düsseldorf vertreten ist - und diese Vertretung auch in den einzelnen Städten und Gemeinden positiv spürbar wird. Mir liegt vor allem am Herzen, dass wir mehr Ausbildungsplätze in der Region schaffen. In OWL ist die Jugendarbeitslosigkeit besonders hoch.
Wie sieht es mit Ihrer bisherigen Tätigkeit aus? Arbeiten sie noch?
Christian Dahm: Bis Mitte März arbeite ich noch im Polizeipräsidium Bielefeld. Dann geht es in den Wahlkampf. Dafür opfere ich gerne meinen Urlaub und meine Überstunden. Würde ich gewählt, würde mein Beamtenverhältnis erstmal ruhen.
Angela Lück: Auch ich arbeite noch in Vollzeit als Krankenschwetser im Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen. Mit dem Wahlkampf wird das aber zunehmend schwieriger. Ich werde Urlaub und Sonderurlaub nehmen. Das ist mein Beitrag zum Wahlkampf.
Wer ist Ihr Vorbild?
Angela Lück: Ich habe keins. Denn ich will niemanden kopieren. Politisch achte ich Johannes Rau ganz besonders. Seine menschliche Art ist ungewöhnlich und vorbildlich. Bereits als Kind war Willy Brandts Streben nach Frieden sehr bewundernswert für mich.
Christian Dahm: Das ist bei mir ähnlich. Raus Verdienste in Sachen soziales Leben und soziale Gerechtigkeit erfüllen eine Vorbildfunktion.
Was ist Ihr persönliches Lebensmotto?
Angela Lück: Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu sein.
Christian Dahm: Optimistisch nach vorne schauen.
Haben Sie Laster?
Angela Lück: Ich spiele allzu leidenschaftlich Doppelkopf. Und ich bin unsportlich. . .
Christian Dahm: Ich habe eine Schwäche für Lakritz und Schokolade.
Worüber können Sie sich freuen?
Christian Dahm: Ich bin zufrieden, wenn es meiner Familie und meinen Kindern gut geht, sie glücklich sind.
Angela Lück: In diesem Augenblick? Über das Gefühl, dass es endlich Frühling wird. Und natürlich über mein Enkelkind Louis. Er ist gerade eine Woche alt.
Lebensläufe
Christian Dahm wurde 1963 in Herford geboren, er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Dahm lebt in Vlotho-Exter. Als Polizeibeamter der Kreispolizeibehörde Herford ist er unter anderem auch in Enger Streife gefahren. Heute ist er stellvertretender Leiter der Verkehrsunfallabteilung beim Polizeipräsidium Bielefeld. Seit 20 Jahren ist Dahm in der SPD.
Angela Lück ist im Jahr 1959 in Löhne geboren. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Seit 1984 arbeitet sie im Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen. Seit 2001 ist sie stellvertretende Leitung in der Sterilgutaufbereitung und seit 2006 zusätzlich teilfreigestellte Betriebsrätin.
Engerscher Anzeiger Artikel vom 24.02.2010







