Pressespiegel:
Kraft für die Streikenden
SPD-Spitzenkandidatin und Landesschlichter beim Betonwerk Westerwelle

Im Gespräch mit den streikenden Westerwelle-Beschäftigten: Christian Dahm, der Herforder Landtagskandidat der Sozialdemokraten und SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft. FOTOS: RALF BITTNER

Herford. Die streikende Beschäftigen des Betonwerks Westerwelle haben weitere und überaus prominente Unterstützung erhalten. Am Morgen hatte noch Bernhard Pollmeyer, Schlichter des NRW-Arbeitsministeriums seine Arbeit aufgenommen, am Nachmittag kam dann SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft an das Elverdisser Werkstor.
„Der politische Rückenwind aus Düsseldorf ist wichtig“, stellte Carsten Burckhardt, stellvertretender Regionalleiter der IG Bau Westfalen fest. Kraft setze ein Zeichen gegen Betonköpfe im Arbeitgeberlager. „Ich finde es so schon super, dass sie hier vorbeigekommen ist“, sagt Nadine Schildmann, die seit dem Morgen am Tor ausgeharrt hat. „Wir sind sehr froh über die vielen Solidaritätsbekundungen“, ergänzt ihr Kollege Maik Haake. Sie gehören zu den 23 streikenden Mitarbeitern des Betonwerkes W. Westerwelle GmbH & Co KG, die für einen Betriebsrat und bessere Löhne kämpfen.
„Es ist der richtige Weg für Mitbestimmung zu kämpfen“, erklärte Hannelore Kraft, die mit den Landtagskandidaten Christian Dahm und Angela Lück gekommen war. „Wir wollen eine stärkere Mitbestimmung in diesem Land.“ Und: „Wir wollen wieder Mitbestimmungsland Nummer 1 werden“, so die Spitzenkandidatin. Gerade in der Krise habe sich gezeigt, dass Unternehmen mit funktionierender Mitbestimmung besonders gut reagieren und bei Verhandlungen erfolgreiche Lösungen erzielen konnten. Sie plädiert für Änderungen bei den Regelungen für Leiharbeiter: Der Einsatz solle möglich sein, wenn es um das Brechen von Arbeitsspitzen geht. Es könne aber nicht sein, dass Leiharbeitnehmer als Streikbrecher und zum Lohndumping missbraucht würden. Bei der Bezahlung „muss gleicher Lohn für gleiche Arbeit gelten“, erklärte Kraft.
Zur Zeit sind nach Angaben von IG Bau-Sekretär Bodo Matthey 15 Leiharbeiter im Betonwerk im Einsatz. „Wir hoffen, dass der Besuch etwas bewegt“, sagt der frisch gewählte Betriebsratsvorsitzende Olaf Rauch, der auf Verhandlungen hofft. Um die anzubahnen und zu begleiten war Bernhard Pollmeyer, Leitender Ministerialrat und seit zehn Jahren Schlichter des Landes NRW nach Herford gekommen. „Ich denke, das beide Seiten gut beraten wären, die Kampfmaßnahmen zurück zu nehmen“, erklärte Pollmeyer, der schon im Arbeitskampf bei einer Bad Salzufler Nervenklinik erfolgreich vermittelt hatte. Er ist im Auftrag von Arbeitsminister Josef Laumann, (CDU) der von der IG Bau angeschrieben worden war, aktiv. Mit einer schnellen Lösung rechnet der gebürtige Westfale nicht. „Zunächst muss es darum gehen, Vertrauen zu schaffen.“
Seit vier Wochen Arbeitskampf
Anfang April hatte ein Teil der Westerwelle-Beschäftigten den Versuch unternommen, einen Betriebsrat zu wählen und sich für höhere Löhne einzusetzen. Die IG Bau hatte seit März immer wieder Anläufe unternommen, mit der Geschäftsleitung ins Gespräch zu kommen – vergeblich. Inzwischen steht der Betriebsrat und das Unternehmen hat vor dem Arbeitsgericht Niederlagen einstecken müssen. (jwl)








