Pressespiegel:

  • Herford, 10. Juli 2010

Im Dialog mit der Volkshochschule

Christian Dahm und Angela Lück im Lernzentrum

Im VHS-Selbstlernzentrum: Die Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Angela Lück (vorn) informieren sich, dahinter die Fachbereichsleiterinnen (v.l.) Helga Lütkefend und Andrea Pohlmann sowie VHS-Direktorin Monika Schwidde. Foto: KIEL-STEINKAMP
VON HARTMUT BRAUN
Kreis Herford. Ihre Mitarbeitenden bringen Migranten Deutsch bei und organisieren Alphabetisierung. Sie betreibt Berufsbildung, stellt Selbstlernzentren bereit und berät Wissenshungrige über Bildungsschecks und Bildungsprämien. Doch Projekte der Volkshochschule stehen immer wieder finanziell auf der Kippe, klagte Direktorin Monika Schwidde im Gespräch mit den örtlichen Landtagsabgeordneten. Die fragten genauer nach.

Am Ende einer turbulenten Woche in Düsseldorf hatten Angela Lück (Löhne) und Christian Dahm (Vlotho, beide SPD) sich in der Zentrale der Volkshochschule im Kreis Herford angesagt. Dabei brachten sie eine für die Gastgeberinnen gute aktuelle Nachricht mit:

Im rot-grünen Koalitionsvertrag ist die Rücknahme von Mittelkürzungen der schwarz-gelben Landesregierung aus dem Jahr 2005 vereinbart worden. Dort ist die Rede von „ausreichenden“ Finanzierungsmitteln für die Weiterbildung – „das stimmt optimistisch“, wie die örtliche VHS-Chefin Schwidde feststellt.

Dass längst nicht mehr Strick- oder Bastelkurse das Zentrum der Volkshochschul-Angebote bilden, brauchten Schwidde und ihre Fachbereitsleiterinnen Helga Lütkefend und Andrea Pohlmann den beiden Landtagsmitgliedern aus dem Kreis Herford nicht lange zu erläutern. Dahm wie Lück sind erfahrene Kommunalpolitiker mit VHS-Erfahrungen: Lück ist glühende Befürworterin der Verselbstständigung der Löhner VHS vor einigen Jahren; Dahm hat gerade erst daran mitgewirkt, dass die Stadt Vlotho nach Prüfung ihre Bindungen an die (Kreis-) Herforder Volkshochschule gefestigt hat.

Überraschungen für die Jung-Landespolitiker gab es trotzdem: Dass in der Herforder Kreis-VHS mit gewissem Erfolg „zugehende“ (aufsuchende) Bildungsberatung für Migranten betrieben wird, dass Mitbürger ohne Zugang zur Computerwelt im Selbstlernzentrum am Münsterkirchplatz online lernen können, dass derzeit pro Jahr drei Alphabetisierungskurse durchgeführt werden und die VHS immer stärker in die Bildungskonzepte der neuen Familienzentren eingebunden wird, war den Gästen so nicht geläufig.

Doch Geld für die Betreuung des Selbstlernzentrum stand nur für die Projektphase zur Verfügung. Und auch die Finanzierung der aufsuchenden Bildungsberatung für Einwanderer ist zeitlich befristet. So wird dringend nach einer Folgefinanzierung gesucht.

„Wir sind ein verlässlicher Partner für Bund, Land, Kommunen und örtliche Organisationen in vielen Bereichen“, stellt Monika Schwidde fest. „Dafür brauchen wir aber auch eine verlässliche Grundfinanzierung.“ Dahm und Lück nicken. Sie sehen mit dem rot-grünen Koalitionsvertrag zumindest einen ersten Schritt getan.

Doch Christian Dahm sieht auch die Städte und Gemeinden in der Pflicht, die Bedeutung der VHS für das Megathema Bildung zu erkennen: „Dass etwa die Kommunen nicht in der Lage sind, dafür zu sorgen, dass für Lernwillige vor Ort Unterrichtsräume aufgeschlossen werden, darf es nicht geben.“