Pressespiegel:
Stricken an Netzwerken
Die Landtagsabgeordneten Angela Lück und Christian Dahm bei der Jugendhilfe

Schweicheln-Bermbeck. Die beiden treten oft im Doppelpack auf. Die Bünder Landtagsabgeordnete der SPD, Angela Lück, und und ihr Kollege Christian Dahm, auch SPD, besuchten die Einrichtungen der Jugendhilfe Schweicheln. Sie brachten auch etwas mit.
Die beiden gehören zu den Neuen im Landtag. Ziemlich konsequent ziehen die ehemalige Krankenschwester und der Ex-Polizist in den sitzungsfreien Wochen ihr höchsteigenes Besuchsprogramm durch. Sie wollen die Institutionen und Einrichtungen im Kreis Herford kennenlernen, um in Düsseldorf berichten zu können, was in der Heimat geleistet wird. „Wir können so Netzwerke erweitern“, sagt Angela Lück beim Mittagessen im kleinen neuen Bistro im ebenso neuen Lädchen mit Biss im Buchenhof.
Die beiden Leiter der Jugendhilfe Ralf Mengedoth und Claudia Dröll sowie der Öffentlichkeitsarbeiter Dieter Seetzen führten die Politiker über das Gelände und zeigten ihnen die Werkstätten und die Kindertagesstätte Buchenhof. Die ist eine der Letzten noch geförderten additiven Einrichtungen des Landes. In ihr werden sowohl Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf als auch nicht in besonderem Maße zu fördernde Kinder betreut.
Nein, die Cremerutsche wollten die beiden Abgeordneten nicht selbst ausprobieren, ließen sich aber den Ansatz erklären, der hinter der Cremerutsche steht. „Senso-motorische Integrationsbehandlung“ heißt der Ansatz. Ralf Mengedoth zeigte auf seinen Kopf, um anzudeuten, wo etwas integriert werden soll. In den Gehirnen der Kinder sollen Wahrnehmungen, Empfindungen und Bewegungen der Kinder integriert, miteinander vernetzt werden, um den Kindern die Wahrnehmung der Welt und ihre Reaktionen darauf in Ordnung zu bringen.
Über ein ganz anderes Vernetzen informierten sich die Landtagsabgeordneten während des Mittagessens. Es ging dabei um ein Projekt, dass die Jugendhilfe mit inzwischen 220 Unternehmen aus dem Kreis Herford gestaltet: VfB, die „Servicestelle Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Sie ist erst einmal eine Hotline, zwölf Stunden am Tag besetzt, von Dieter Seetzen und Kollegen. Hier können sich Arbeitnehmer, Personalchefs und Betriebsräte melden, wenn sie nicht mehr weiter wissen.
Seetzen nennt ein Beispiel. Ein Mensch arbeitet seit vielen Jahren in einem Unternehmen. Der Mensch wird krank, das Unternehmen verändert den Arbeitsplatz für den Menschen, damit er weiterarbeiten kann. Irgendwann helfen alle Veränderungen nichts mehr. Der Personalchef ruft an: „Wir müssen kündigen.“ Über Seetzens Vermittlung stellt sich heraus, dass der Mensch psychisch krank ist. Ihm kann endlich grundlegend geholfen werden – und er bleibt im Unternehmen.
Dahm und Lück sind beeindruckt, noch mehr, als sie hören, dass eine solche Stelle auch im Kreis Minden-Lübbecke eingerichtet werden soll. „Das geht nur über ein gutes Netzwerk“, sagt Seetzen.
Zuvor hatte Dahm seinerseits angedeutet, sein Netzwerk zu nutzen. Die Kindertagesstätte Buchenhof möchte endlich die schon beantragten U-3-Plätze einrichten können und muss dafür bauen. Dahm sagte Hilfe zu.
© 2011 Neue Westfälische
08 - Herford, Dienstag 11. Oktober 2011







