Pressespiegel:
»Unser Ziel ist ein Marathon«
Bürger und Politiker diskutieren auf Einladung der SPD Schweicheln über B 239-Ausbau

Hiddenhausen (HK). Eine Infoveranstaltung zum Neubau der B 239 zwischen Kirchlengern und Herford hat gestern die SPD Schweicheln abgehalten. Mehr als 50 interessierte Bürger waren dabei.
Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Olaf Craney freute sich über das rege Interesse. Er informierte über seine Recherchen beim Landesstraßenbaubetrieb Straßen.NRW. So würde die Linienbestimmung für die neue Straße laut Schätzungen des Straßenbaubetriebes zwischen 5 und 20 Jahre in Anspruch nehmen. Ein bis drei Jahre müssten für die Bauplanung und noch einmal vier bis sieben Jahre für die Planfeststellung gerechnet werden. »Nach dieser Rechnung könnte ein Baubeginn erst zwischen 2019 und 2039 erfolgen«, sagte Craney.
Der Landtagsabgeordnete Christian Dahm (SPD) erklärte, von einem Bau- oder Planungsstopp könne nicht die Rede sein. Die Priorisierungsliste des Landes sei nötig, da dem Land nur begrenzte finanzielle Mittel für den Ausbau zur Verfügung stünden. Die B 239n sei jedoch definitiv nicht vom Tisch.
Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer erklärte, bei einer Bundesstraße müsse der Bund bezahlen, das Land planen und die Gemeinde bekomme die Straße. Daher sei der Weg zur Verwirklichung nicht im Kurzstreckenlauf zu erreichen. »Nein, das hier ist ein Marathon«, sagte Rolfsmeyer.
Dabei singe die Region jedoch mit einer Stimme: »Die Gemeinde, der Kreistag und die Umweltverbände haben sich einstimmig darauf geeinigt, dass sie gegen eine Trasse durch das Werretal und für eine Tunnellösung durch den Schweichelner Berg sind«, so der Bürgermeister. »Wir befinden uns bei diesem Marathon gerade erst in der Warmlaufphase. Aber es gibt so viele Läufer, dass der Bund noch gucken muss, ob er alle ins Ziel lässt«, so Rolfsmeyer. Bei Kilometer 10 werde noch einmal entschieden, wer weiterlaufen dürfe. Kilometer 10 bedeute in diesem Fall, dass die Linienbestimmung erfolgt sein müsse. »Das zu erreichen, dafür müssen wir uns einsetzen. Dann werden wir ins Ziel kommen!«
Auch Naturschützer Karsten Otte betonte, dass er für die Tunnellösung sei. »Sie bietet uns eine Option, die Verkehrsprobleme unter die Erde zu verbannen.«
Gunthild Kötter von der Bürgerinitiative B 239 forderte, eine Bürgerversammlung einzuberufen. Diese solle Vertreter wählen, die in einer neuen Bürgerinitiative für den B239-Ausbau kämpfen sollen. »Unser Ziel erreichen wir nur fraktionsübergreifend im Konsens«, sagte die Christdemokratin. Die Diskussion war gestern bei Redaktionsschluss noch nicht beendet. Ein weiterer Bericht folgt.
Herforder Kreisblatt vom 13.10.2011







