Pressespiegel:

  • Kirchlengern, 24. August 2010

Hoher Besuch aus Düsseldorf

Landtagsmitglieder Angela Lück und Christian Dahm (beide SPD) in der Bio-Station

Gucken Sie mal: Klaus Nottmeyer zeigt Angela Lück und Christian Dahm die kleine Ausstellung zum Gewässerentwicklungsprojekt Weser-Werre-Else, das durch die Biologische Station mitbegründet und initiiert wurde. FOTO: PATRICK MENZEL
VON ANNE WEBLER
Kirchlengern. Klaus Nottmeyer, Leiter der Biologischen Station in Kirchlengern, hat den beiden Landtags-Mitgliedern Angela Lück und Christian Dahm (beide SPD) gestern die Arbeit der Station vorgestellt. Warum gibt es Bio-Stationen und was machen sie?

In NRW besteht ein Netz von 40 Bio-Stationen. Sie sind in den 1960er Jahren aus dem ehrenamtlichen Engagement von Naturfreunden entstanden. Der Biologe Klaus Nottmeyer ist Vorsitzender des Dachverbands der Stationen. „Die Bio-Stationen beobachten Feuchtgebiete und erfassen regelmäßig die Tier- und Pflanzenarten einer Region, nehmen sozusagen den Naturschutz-TÜV ab“, sagt Nottmeyer. Er selbst hat in diesem Jahr die Vogelarten im Mittelbach- und Glimketal beobachtet und festgehalten. Mehr als 20 Stationen besitzen auch Ziegen oder Schafe, die Heideflächen pflegen, indem sie die Pflanzen niederbeißen.

Seit 1995 das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) eingeführt wurde, beschäftigt die Bio-Station in Kirchlengern jedes Jahr FÖJler, neben Zivis und Praktikanten. Sieben Angestellte teilen sich 3,5 Stellen, Nottmeyer arbeitet als einziger Vollzeit. Seit ihrem Bestehen sind 44 FÖJler und 27 Zivis in der Bio-Station gewesen. Die Wehrpflicht-Verkürzung auf sechs Monate trifft auch die Bio-Station in Kirchlengern: „Die neuen Zivis bleiben nur sechs Monate. In ihrem Vertrag stehen aber noch neun Monate, wir haben sie also länger eingeplant.“ Zum Glück haben sie einen Zivi gefunden, der zum 1. Januar anfangen kann, sonst wäre eine Lücke entstanden. Eine weitere wichtige Säule der Arbeit bilden 40 ehrenamtliche Helfer, die pro Jahr 1.500 Arbeitsstunden leisten, in denen sie zum Beispiel Kopfweiden schneiden.

Nottmeyer arbeitet eng mit den heimischen Landwirten zusammen. „95 Prozent der Schutzgebiete liegen in Privatbesitz, gehören Land- oder Forstwirten. Dabei sind die Interessen nicht immer deckungsgleich.“ Deshalb sei es wichtig, miteinander zu reden

Die Biologische Station finanziert sich zu 80 Prozent vom Land (2008 waren es 157.000 Euro), 20 Prozent kommen vom Kreis, 2008 waren das 48.000 Euro. Während die Landesmittel seit 2005 um ein Drittel gekürzt worden sind, blieben die Fördergelder des Kreises stabil. 203.850 Euro Drittmittel gingen 2008 an die Station, überwiegend von Stiftungen gespendet.

Die Bio-Station betreut 19 Naturschutzgebiete von zusammen 633 Hektar Größe und 14 besonders geschützte Landschaftsschutzgebiete.

Nottmeyer und Kollegen sprechen die Landwirte im Kreis an, ob sie sich freiwillig bereit erklären, zum Beispiel keine Pestizide zu verwenden oder eine Fläche zu beweiden anstatt zu mähen. Sagt der Landwirt ja, verpflichtet er sich in einem Vertrag zum Einhalten der Absprachen. 170 Hektar im Kreis werden so ökologisch gesehen besser behandelt.

„Gegenüber dem Naturschutz sind viele skeptisch. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Leute über viele Jahre kennen, damit sich Vertrauen aufbauen kann.“

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Bünder Tageblatt, Dienstag 24. August 2010