Pressespiegel:
Demografie beschäftigt Feuerwehren
22. Kreisverbandstag in Ahle
VON HENDRIK STEFFENSKreis Herford. 143 Delegierte von Wehren, Hilfsorganisationen, Kreispolizei sowie Landes- und Kommunalpolitik kamen zum 22. Kreisfeuerwehrverbandstag. Als „vorbildlich“ lobte Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer die Lehrgangs- und Weiterbildungsmaßnahmen an der Feuerwehrzentrale in Hiddenhausen. Die Zahl der Aktiven ist vergangenen Jahr leicht gestiegen.
Landrat Christian Manz nannte die Kreiswehren einen „kraftvollen Verband mit vielen Verdiensten auf der Kreis- und Landesebene“. Auch seien sie eine unverzichtbare Querverbindung zu Polizeistellen und Hilfsorganisationen, was Christian Dahm, ehemaliger Polizist und derzeit SPD-Landtagsabgeordneter, bestätigte. Kreispolizeidirektor Thomas Kubera schloss sich an. Die Wehren seien „eine der stärksten Säulen der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr“. Stellvertretend für die Kommunalpolitik waren die Stadtchefs von Kirchlengern, Rödinghausen, Enger und Hiddenhausen anwesend. In Vertretung für den Bünder Bürgermeister Wolfgang Koch kam Christoph Lübeck. Andere Gemeindeoberhäupter ließen sich entschuldigen: „Das macht mich nachdenklich“, erklärte Hackländer.
Die Teilnahme von 143 Delegierten – bei 145 Geladenen – sei hingegen erfreulich. Mustergültig sei auch die Zusammenarbeit der Kreisfeuerwehr mit Hiddenhausens Gemeindeoberhaupt. Als erstem aktiven Bürgermeister wurde Ulrich Rolfsmeyer die silberne Ehrennadel des deutschen Feuerwehrverbandes verliehen. Beim Jahresrückblick informierte Kreisgeschäftsführer Bernd Kröger über einen leichten Zuwachs an aktiven Wehrleuten: Von 1.429 im Vergleichszeitraum 2008 stieg die Zahl auf 1.456 in den neun freiwilligen Wehren. Die Mitgliederzahl der Jugendwehren stieg leicht auf 486. Gleichzeitig beklagte Kreisjugend-Feuerwehrwart Wolfgang Kenneweg den geringen Zulauf von jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Auch der demografische Wandel mache in Zukunft Strategien zur Mitgliedergewinnung notwendig: „Schon jetzt alarmierend sind die sinkenden Schülerzahlen an Grundschulen“. Zufriedenheit äußerte sich Hackländer angesichts „hervorragender Angebote des Kreisverbandes im Bereich der Aus- und Fortbildung“. 37 Lehrgänge wurden in der Hiddenhauser Zentrale angeboten, 45 Löschgruppen simulierten den Ernstfall auf der Atemschutz-Übungsstrecke. Hackänder: „Der Kreis Herford ist hier landesweit vorbildlich aufgestellt.“ Diese Ausbildung nutzte den Wehrleuten in 2.520 Einsätzen – davon 409 Brände. Manche davon seien vermeidbar gewesen, würde nicht zunehmend am vorbeugenden Brandschutz gespart, was Kröger als „sehr bedenklich“ bezeichnete.
© 2010 Neue Westfälische
Tageblatt für Enger und Spenge, Montag 23. August 2010






