Pressespiegel:
Mehr Geld in Haus-Dämmung stecken
Bund soll Fördermittel aufstocken / Gesprächsrunde mit Politikern beim Unternehmen Alligator

Enger. 450.000 Gebäude müssten jährlich in Deutschland gedämmt werden, um das Klimaziel zu erreichen. „Tatsächlich sind es aber nur die Hälfte“, sagt Thomas Ellerhoff, Mitarbeiter der Alligator Farbwerke. Er und Geschäftsführer Hans-Dieter Hiedels trafen sich zu einer Gesprächsrunde mit heimischen Politikern. Die Botschaft: Energie einzusparen und den C02-Ausstoß zu senken, funktioniere nur, wenn Sanierungsvorhaben der Hauseigentümer weiterhin zuverlässig gefördert würden.
Und genau da liegt das Problem. Die Mittel seien vom Bund zurückgefahren worden, sagte Alligator-Chef Hans-Dieter Hiedels. Zusammen mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze, SPD-Landtagsabgeordneten Christian Dahm, Bürgermeister Klaus Rieke und SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Meyer diskutierte er über das Energiekonzept der Bundesregierung. „Um 50 Prozent sind die Fördermittel runter gefahren worden“, kritisierte Stefan Schwartze: „Die energetische Gebäudesanierung ist von großer Bedeutung. Ich bin gespannt, was uns die Regierung demnächst vorlegen wird.“
Alligator-Geschäftsführer Hiedels untermauerte die Forderung vieler Verbände – von IG Bau über BUND bis hin zu Mieterbund und der Bundesvereinigung Bauwirtschaft – nach Aufstockung der Fördermittel für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm auf mindestens zwei Milliarden Euro.
Zum Programm der Alligator Farbwerke gehören unter anderem Wärmedämm-Verbundsysteme. Die Verringerung des Energieverbrauchs schone nicht nur den Geldbeutel der Hauseigentümer und entlaste die Umwelt durch einen minimierten CO2-Ausstoß, sagte Hiedels. Durch die Sanierungsmaßnahmen würden sich auch positive Effekte am Arbeitsmarkt abzeichnen, die mit der Beendigung des Konjunkturpaketes II bereits im nächsten Jahr deutlich an Wirkung verlieren würden.
Die Politiker nutzten auch die Gelegenheit, Alligator näher kennen zu lernen. Das erfolgreiche mittelständische Unternehmen beschäftigt 177 Mitarbeiter (45 Außendienst) und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 56 Millionen Euro. Wichtige Exportländer sind Frankreich, Russland und Österreich. Rund 350 Produkte (Grundierungen, Innenprodukte, Fassadenprodukte und Dämmsysteme sowie einiges mehr) stellt das Unternehmen her. „76.000 Tonnen produzieren wir hier am Standort in Oldinghausen“, sagte der Geschäftsführer.
Die starke Verbundenheit zur Region dokumentiert sich auch in der jahrelangen Kooperation mit der heimischen Rolf-Dircksen-Hauptschule. „Unsere Auszubildenden im Bereich Produktion/Logistik rekrutieren wir zu großen Teilen aus dieser Schule“, betonte der Firmenchef. Insgesamt bildet Alligator zurzeit sechs junge Leute aus.
Kurz diskutierte die Runde über die Strukturanalyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) für den Kreis Herford. „Es ist bedrückend, dass in den letzten zehn Jahren die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze deutlich zurück gegangen ist“, sagte SPD-Bundestagsabgeordneter Stefan Schwartze. Und auch die Zahl der Unternehmen sei rückläufig. „Das muss einen nachdenklich machen.“
Im Juli soll auf einer Zukunftskonferenz über die Wachstumsschwächen der Wirtschaft im Kreis Herford diskutiert werden – bei Alligator in Enger.
© 2011 Neue Westfälische
09 - Enger-Spenge, Dienstag 19. April 2011







