Pressespiegel:
Friedensbotschaft über der Fabrik
SC Electronics feiert den Umzug ins Heidsiek mit einem Bekenntnis zum interkulturellen Miteinander

Herford. Die Bestückung von Leiterplatten ist das Kerngeschäft des jüngsten Unternehmens im Industriegebiet Heidsiek. Es heißt SC Electronics, wächst beständig – und hat auch sonst einiges zu bieten, wie gestern beim Einzugsfest mit Kunden, Nachbarn, Kommunalvertretern und Geistlichen deutlich wurde.
Gründer und Inhaber ist Dr. Kemal Cevik: Der 60-jährige Ingenieur, Erfinder und Hochschulprofessor hat schon viele Firmen beraten; so realisierte er für die Herforder HEW GmbH das erste volldigitalisierte Glocken-Läutewerk. „Er ist ein rastloser Workoholic, die Firma ist in Wirklichkeit sein Hobby“, sagt Personalleiterin und Lebensgefährtin Fatma Dinc über ihn.
In Fachkreisen hat die 2002 gegründete Firma längst einen guten Namen: Bei Kunden als Problemlöser für anspruchsvolle Verbindungen; im Bildungsbereich als Qualifizierer, der nicht auf Zeugnisse schaut, dafür aber außergewöhnlich einfühlsam und respektvoll junge Leute mit Handicaps und aus verschiedensten Kulturkreisen für Beruf und Betrieb zu begeistern versteht.
So geriet auch die Einweihungsfeier für den 1,5-Millionen-Euro-Neubau gegenüber von Wemhöner zur sehr persönlichen, familiären und nachdenklich stimmenden Begegnung. Am Anfang stand der Segen der großen Weltreligionen: Der junge muslimische Gemeindeleiter Ibrahim Petek setzte eine Kappe auf und sang auf Arabisch die erste Sure des Koran: „Gott, Du bist Frieden, Gewähre uns, in Frieden zu leben“.
Und der evangelische Pfarrer Johannes Beer betete im Talar einen alttestamantarischen Psalm („Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen“) und sprach das Vaterunser.
Später wurde nicht nur über die automatische Fertigung von Leiterplatten und die Persönlichkeit des Firmengründers Cevic gesprochen, sondern auch über die ungewöhnliche Zeremonie.
Höhepunkt war ein Auftritt der kompletten 30-köpfigen Belegschaft, die ihrem hoch geschätzten Chef nichts weniger als einen Stern mit seinem Namen schenkte. „Es ist für uns alle schön, ihm etwas zurück geben zu können“, sagte ein Azubi.
Cevik war während der halbjährigen Bauphase fast täglich auf der Baustelle und stellte befriedigt fest, dass Dank des Engagements und Pflichtbewusstseins im gesamten Team auch während des Umzugs die Aufträge zügig erledigt wurden.
Der Vertreter des Generalkonsulats Münster, Mevlut Bülat, überbrachte ebenso Grüße wie Bürgermeister Bruno Wollbrink und der Landtagsabgeordnete Christian Dahm: „Hut ab vor Professor Cevik und seinem Mut; der Standort Herford kann ihn gut gebrauchen“, sagte der.
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08 - Herford, Samstag 21. Mai 2011







