Kinderärztlicher Notdienst muss zurück in den Kreis Herford
von Katharina Brand
SPD-Landtagsabgeordneter Christian Dahm fordert Lösung für Familien im Kreis Herford
Aufgrund der aktuellen Presseberichterstattung über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) antwortet der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Christian Dahm. Auch eineinhalb Jahre nach der Einstellung des kinderärztlichen Notdienstes gibt es im Kreis Herford weiterhin keine wohnortnahe Notfallversorgung für Kinder außerhalb der regulären Sprechzeiten. Dahm kritisiert die aktuelle Situation und fordert die KVWL auf, endlich eine Lösung für den Kreis Herford zu schaffen:
„Laut der aktuellen Presseberichterstattung gibt es keinen neuen Stand zur Wiedereinführung des Notdienstes im Kreis Herford und die Gespräche mit der Kinderklinik sind erst jetzt anberaumt! Das dauert eindeutig zu lange und hätte bereits viel früher geschehen müssen!“
Ausgangspunkt der Diskussionen über den Notdienst war unter anderem die Petition einer Mutter aus Enger an den Landtag NRW, im Dezember 2024. Die Petition hatte über 6000 Unterschriften. Landespolitiker Dahm hat die Petition und die daraus resultierenden Gespräche über die Wiedereinführung des Notdienstes von Anfang an begleitet.
Die Petentin hatte sich für einen kinderärztlichen Notdienst im Kreis Herford eingesetzt. Dabei ging es ausdrücklich um die Organisation eines Notdienstes außerhalb der regulären Praxiszeiten. In einem zwischenzeitlichen Beschluss des Petitionsausschusses hieß es, dass der Sicherstellungsauftrag für den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst bei den kassenärztlichen Vereinigungen liege. Konkret umfasse dies auch die Versorgung zu den sprechstundenfreien Zeiten, also auch die Organisation des Notdienstes. Der zuständige Ausschuss im Landtag NRW hatte dort auch an die KVWL appelliert, zeitnah für den Erhalt der kinderärztlichen Notdienstversorgung sowie die langfristige Sicherung zu sorgen.
„Die bisherigen Gespräche mit der KVWL waren leider nicht erfolgreich. Wie ich der aktuellen Berichterstattung entnehmen kann, gibt es derzeit auch keinen konkreten Zeitplan für die Wiedereinführung des Notdienstes“, kritisiert Dahm.
Der kinderärztliche Bereitschaftsdienst war vor eineinhalb Jahren aufgrund der hohen Belastung der niedergelassenen Kinderärzte im Kreis Herford eingestellt worden. Gleichzeitig leisten Kinderärztinnen und Kinderärzte aus dem Kreis Herford aber Bereitschaftsdienste in Minden und Bielefeld.
„In Bielefeld und Minden wird der Notdienst nun stabilisiert, allerdings auf Kosten der Familien im Kreis Herford.“ Für Dahm ist deshalb klar, dass eine Rückkehr des Notdienstes an den Standort Herford möglich sein muss.
„Die Menschen erwarten, dass sie mit ihren Kindern im Notfall schnell medizinische Hilfe vor Ort erhalten. Lange Fahrten und stundenlange Wartezeiten dürfen nicht die Regel sein“, betont der Landespolitiker.
Dass der Handlungsbedarf unverändert groß sei, würden zahlreiche Gespräche mit betroffenen Eltern zeigen. „Viele harren mit ihren Kindern teils vier Stunden lang beim Bereitschaftsdienst in Bielefeld aus und warten auf Behandlung, mal ganz von der langen Anfahrt abgesehen.
Es ist für mich deshalb völlig unverständlich, dass Familien im Kreis Herford nach wie vor keinen kinderärztlichen Notdienst vor Ort haben. Eltern müssen mit ihren kranken Kindern nach Bielefeld oder Minden fahren. Häufig befinden sie sich ohnehin schon in einer belastenden Situation. Das ist keine familienfreundliche Gesundheitsversorgung“, erklärt Christian Dahm.
„Diese Erfahrungen machen deutlich, dass der bestehende Zustand keine Dauerlösung ist. Die KVWL muss gemeinsam mit dem Kreis und der Kinderklinik in Herford endlich die Voraussetzungen schaffen, damit wir wieder einen kinderärztlichen Notdienst im Kreis Herford haben. Familien haben ein Recht auf eine wohnortnahe Notfallversorgung. Deswegen begrüße ich ausdrücklich auch den Einsatz des Kreises Herford, der die Ansiedlung von Kinderärzten weiter finanziell unterstützt,“ so Christian Dahm.
„Was in Minden nun mit dem Umzug der Praxis möglich ist, kann doch auch im Kreis Herford umzusetzen sein. Deshalb fordere ich die Einrichtung eines kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes an der Kinderklinik am Klinikum Herford. Gespräche dazu wurden bereits von Jürgen Müller (SPD) als Landrat geführt und waren sehr aussichtsreich. In der neugebauten Kinderklinik bestehen die medizinischen Voraussetzungen für eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung“, so Dahm.
Der Abgeordnete kündigte an, im regen Austausch mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales zu bleiben und sich für die Wiedereinführung des Notdienstes weiter stark zu machen.